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Ein
Mann für die Millionen der anderen
Michael Böckhoff bringt die Konten der Besserverdienenden diskret auf Vordermann Der Millionär
von nebenan, fällt nicht auf. Er hat kein großes Haus, fährt
kein dickes Auto und ist sparsamer als der Durchschnittsverdiener. |
![]() Ausgabe vom 27.05.2004 |
| Bergisch
Gladbach - Er ist also nicht nur reich, sondern womöglich auch
bescheiden - ein Bild von einem vielfachen Tausendsassa, das kaum zu verkraften
wäre, wenn ihm nicht doch etwas fehlte: Manchmal nämlich verliert
er den Überblick. So viel Geld, wohin damit? Kommt der Millionär
aus Rhein Berg, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass er mit seinem
Geldproblem zu Michael Böckhoff geht. Der, so sagt er, ist es gewohnt, mit Vermögen im fünf- und sechsstelligen Bereich zu operieren. Er kennt den unbekannten Reichen. So nüchtern wie er mit ihm umgeht, so nüchtern ist sein Behandlungszimmer in Bergisch Gladbach: Wasser steht auf dem Tisch. "Mit oder ohne?", fragt der Mann und meint den Blubber. Er ist 45 Jahre alt, trägt Anzug und Krawatte, wirkt freundlich und korrekt. Mit ärztlicher Attitude nähert er sich der Last mit dem Zaster, was er so salopp wahrscheinlich nie sagen würde. Er spricht von einem "ganzheitlichen" Ansatz. |
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Operation Geld |
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| Dass Michael
Böckhoff damals als Wirtschaftswissenschaftler in Bergisch Gladbach
landete, war nur Zufall, letztlich ein glücklicher. Menschen mit Geld
sind hier und in der Umgebung zu Hause, das heißt, die meisten seiner
Kunden auch. Anfang der 90er machte er sich selbständig und suchte
nach einer Weiterqualifizierung. Er ist einer der ersten Absolventen der
"European Business School", die den "certified financial
planner" ausbildet, einen Finanzplaner, der den Privatmann wie ein
Unternehmen unter die Lupe nimmt. Von diesen Fachleuten gibt es bundesweit
rund 800. Mehr als die Hälfte von ihnen hat sich in den Dienst der
Banken gestellt. Das, sagt Michael Böckhoff, komme für ihn nicht
in Frage. Lacht allein bei dem Gedanken. Er brauche seine Unabhängigkeit.
Von einem Unabhängigen lässt sich der Wohlhabende eher in die
Brieftasche gucken. Aktienmuffel Was ihm bei den Einblicken auffällt? "Das Konsumverhalten bei den Reichen hat sich nicht sehr verändert. Das Anlageverhalten sehr wohl." Der Immobilienanteil ist nach wie vor groß. Der Hang zum Risiko ist genau das Gegenteil. Nach dem "Salami-Crash", dem andauernden Kursrückgang an der Börse der Jahre 2000 bis 2002, hält sich die Begeisterung für Aktien in Grenzen. Vorsicht ist gefragt. Ob das auf Dauer gut ist, daran zweifelt Michael Böckhoff. Über seine eigene Finanzlage verrät er nur so viel: er habe sein Geld zu 30 Prozent in Aktien angelegt. "Waghalsig ist das nicht." Halten die meisten ihr Geld zusammen, so sei doch die wachsende Bereitschaft zu beobachten, sich für wohltätige Zwecke zu engagieren. "Die Zahl der Stiftungsgründungen zum Beispiel ist gestiegen." Dass Michael Böckhoff immer nur an das eine denkt, ans Geld, das belastet ihn nicht wirklich. Das mag auch an seiner Schwäche für Zahlen liegen. Oder an dem Bedürfnis, Ordnung zu schaffen. "Ich habe als junger Mann Sozialarbeit gemacht. Die menschliche Herausforderung war sehr groß, ja, mir fehlte allerdings die intellektuelle Aufgabe." Eine, die Weitblick voraussetzt. "Langfristigkeit" ist eine seiner liebsten Vokabeln. "Es reicht nicht, die Statistiken der letzten 20 Jahre zu sehen", sagt er und zeigt auf eine Kursentwicklung der US-Aktien seit 1871. "Da stellt sich die Entwicklung gleich anders da." Anders als seine Eltern, sei er nicht krisenerfahren. Aber Krisen müsse man einkalkulieren. Ob er in der Lage sei, auch mal ganz spontan zu handeln? Er lacht. Wägt ab. "Kommt darauf an." Und wie wird man reich? "Zumindest nicht, in dem man auf die Ratschläge seines Arbeitskollegen hört. Das geht meistens schief." zurück zu Pressestimmen |
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